Futures-Handel und -Spekulation mit CFDs

Futures sind einfache Termingeschäfte: Ein Käufer vereinbart mit einem Verkäufer, an einem Termin in der Zukunft (Future) ein bestimmtes Produkt zu einem heute schon feststehenden Preis zu erwerben. Futures sind heute Finanzprodukte zur Spekulation. Als Hebelprodukte ermöglichen Sie eine überproportionale Rendite. Jedoch kann die Spekulation nicht in einem Gewinn, sondern in einem Verlust enden. Die Risiken müssen beachtet werden.

 

Historisch entstanden Futures in der Landwirtschaft. Dabei sicherten Gutsherren sich die Verkäufe ihrer Ernten ab. Seit 1848 werden Futures an der Börse gehandelt und Chicago als erste Futures-Börse eröffnet. Mit Futures kann man Schweinebäuche, Orangensaft, Gold und vieles mehr handeln. Die Absicherung von Rohstoffen spielt inzwischen eine geringere Rolle beim Futures-Trade. Die überwiegende Mehrheit beim Handelsvolumen fällt auf Spekulation. Beispielsweise Index-Futures auf DAX, EuroStoxx, DowJones, etc.

 

Spekulation mit Futures als Hebelprodukte

Beispiel für Index-Futures: Beim DAX zahlt ein Käufer pro Indexpunkt 25 Euro. Bei einem Stand von 6500 Punkten sind das Kosten von 162.500 Euro für einen Kontrakt. Die Chance auf eine überproportionale Rendite ergibt sich daraus, dass der Käufer nur eine Sicherheitsleistung zahlt. Diese Initial Margin ist eine Art von Kaution, die zwischen 5 und 15 Prozent des Gesamtwerts eines Futures ausmacht. Aufgrund der niedrigen Eigenleistung kann ein Anleger mit wenig Geld ein großes Handelsvolumen aufnehmen. Wie bei einem Hebel kann man mit wenig Aufwand ein relativ größeres Gewicht stemmen. Deshalb werden Futures, wie Optionsscheine und CFDs, als Hebelprodukte bezeichnet. Bei unserem Beispiel kann der DAX bis zum Zeitpunkt der Ausübung um 1.000 Punkte steigen. Dadurch hat der Investor mit einem Kapital von 16.250 Euro (10%) einen Gewinn von 25.000 Euro pro Future erwirtschaften.

Umgekehrt kann auch ein überproportionaler Verlust anfallen. Wenn der DAX 1.000 Punkte verliert kommen zu den verlorenen 16.250 Euro noch 25.000 Euro Verlust hinzu. Diese Zahlung fällt nicht erst an, wenn der Future fällig wird, vielmehr muss der Käufer während der Laufzeit einen finanziellen Ausgleich (Margin-Call) zahlen, wenn eine vorab definierte Schwelle unterschritten wird.



Arbitrage bei Future-Trades

Hedgefonds und Banken nutzen Futures auch für Arbitrage-Geschäfte. Unter dem Begriff Delta-Hedge werden u. a. regionale Kursunterschiede bei Futures, Optionsscheinen, etc. genutzt um Gewinne zu erzielen. Aufgrund der weltweiten Vernetzung und Transparenz der Märkte sind die Margen dabei klein. Deshalb arbeiten die Finanzinstitute, welche Arbitrage einsetzen auch mit großen Summen. Somit ist das Arbitrage-Geschäfte mit Futures für Privatanleger uninteressant.

 

Trading von Futures (Knock Outs, Mini Futures) durch private Anleger

Die Auflagen für den Handel von Futures in Deutschland sind teilweise hoch, was an den Kapitalanforderung der Banken liegen. Eine Alternative sind Knock-Outs oder auch Mini Futures. Es gibt eine große Auswahl an Basiswerten wie Aktien, Devisen, Rohstoffen und Indizes, auf die zahlreiche Emittenten Derviate aufgelegt haben. Grundsätzlich funktionieren sie ähnlich wie Optionsscheinen. Mit geringem Geldeinsatz und entsprechend großem Hebel können Trader überproportional an steigenden oder fallenden Kursen des Basiswerts verdienen. Den hohen Gewinnchancen stehen entsprechende Risiken beim Verlust gegenüber. Ein wesentlicher Unterschied gegenüber Optionsscheinen ist, dass die implizite Volatilität unbedeutend ist. Dadurch kann der Kurs durch den Anleger leichter berechnet werden und Limits können wirkungsvoll gesetzt werden.

Unterschreitet der Mini Future die zusätzlich zum Basispreis eingebaute Knock Out-Barriere wird er fällig. Es besteht keine Möglichkeit Verluste auszusitzen und auf einen besseren Kurs zu hoffen. Die Bezeichnung Knock Out ist somit für ein Finanzprodukt sehr zutreffend. Selbst wenn die Barriere nicht gerissen wird, sollte die fehlende Laufzeit nicht zu langer Haltedauer verleiten. Denn der Basispreis und auch die Knock Out-Barriere werden in regelmäßigen Abständen nach oben hin angepasst. Durch diese Erhöhungen gibt der Emittent die Kosten seiner Finanzierung an die Investoren weiter. Die Anpassungen richten sich nach üblichen Zinssätzen, wie der WONIA, und dazu vom Basiswert und dem Emittenten abhängigen Margen. Auf den DAX sind diese Margen im Bereich von 1,5 bis 3,0 Prozent.