Contracts for Difference steht für Differenzgeschäfte
oder auch Differenzkontrakte. Der Wert eines CFD entspricht immer
dem Wert vom Basiswert. Volatilität, der innere Wert oder weitere
komplexe, für Privatanleger kaum durchschaubare Faktoren, wie
sie beim Optionsscheinhandel eine Rolle spielen, entfallen bei CFDs.
Hat etwa der Dax einen Stand von 7.500 Punkten, so hat der CFD ebenfalls
einen Wert von 7.500 Punkten. Hinzu kommt bei Kauf und Verkauf jeweils
ein Punkt, den der Anleger als Kosten zahlen muss. Somit kostet ein
CFD auf den Index 7.501 Euro. Jeder Anstieg des Basiswerts lässt
den CFD um den gleichen Wert zulegen. Steigt der Dax auf 7.700 Punkte,
hat ein Anleger 200 Euro Gewinn; abzüglich 2 Euro Gebühren.
Der eigentliche Clou der CFDs sind jedoch der erforderliche Wetteinsatz.
Dieser ist vergleichbar mit dem von Optionsscheinen. Um einen Basiswert
zu kaufen, muss nicht der volle Wert, z. B. der Aktie oder des Index,
bezahlt werden. Der Käufer hinterlegt nur eine sogenannte Margin,
d.h. eine Sicherheitszahlung. Dieses Prinzip gilt auch beim Handel
mit Optionsscheinen. Um CFDs von 100 Aktien zu je 100 Euro zu kaufen,
müssen keine 10.000 Euro investiert werden. Je nach Anbieter
werden nur Marginzahlungen von 1 bis 25 Prozent verlangt.
Hebel mit Nebenwirkungen
Ein Beispiel für den CFD-Handel:
Für den Kauf der 100 Aktien müssen Anleger bei einer 5-prozentigen
Margin statt 10.000 Euro nur 500 Euro investieren. Die Wertentwicklung
der Aktien wird dennoch voll mitgenommen. Pro Punkt gibt es einen
Euro. Steigt die Aktie von 100 auf 110 Euro, fällt nach Kosten
ein Gewinn von 8 Euro an. Bei 100 Aktien also 800 Euro. Ein sehenswerter
Gewinn bei einem Einsatz von lediglich 500 Euro. Ein 10-prozentiger
Anstieg des Basiswerts katapultiert den Gewinn des CFDs auf stolze
160 Prozent.
Faustregel: Je niedriger die Marginzahlung, desto höher
fällt der Hebel, das Leverage, aus. Beträgt die Marginzahlung
20 Prozent, beträgt der Einsatz für die Beispielrechnung
2.000 Euro. Der Gewinn bleibt bei 800 Euro und liegt daher nur noch
bei 40 Prozent gegenüber dem eingesetzten Kapital.
Bei den meisten Anbietern variieren die Mindestmarginzahlungen
je nach Basiswert. Mitunter fällt bei CFDs auf einzelne Aktienindizes
nur eine einprozentige Sicherheitsleistung an. Dementsprechend hoch
ist der Hebel. Anleger können jedoch auch individuelle Sicherheitsleistungen
erbringen und sich somit ihren eigenen Hebel schaffen. Nur die Mindestzahlung
bleibt Pflicht. Wie viel Musik in den Hebelprodukten steckt, zeigt
eine Erhöhung des Einsatzes. Hinterlegt der Anleger statt 500
Euro 50.000 Euro und erwirbt sich damit das Recht zum Kauf von 10.000
Aktien je 100 Euro, fällt der potenzielle Gewinn entsprechend
aus. 80.000 Euro. Verführerisch, aber natürlich nicht ohne
Risiko.
Denn eine Einbahnstraße ist ein CFD-Trade für Anleger
nicht. Der Hebel wirkt selbstverständlich in beide Richtungen,
und so schnell wie Gewinne sicher erscheinen, können auch herbe
Verluste auftreten. Fallen die Aktien von 100 auf 95 Euro, ist die
gesamte Sicherheitsleistung von 500 Euro bereits verbraten. 5 Prozent
Kursverlust, und der volle Einsatz ist verloren. Wie beim Handel mit
Futures hat der Anleger nun zwei Möglichkeiten. Er hinterlegt
mehr Geld als Sicherheit, oder er verabschiedet sich aus diesem Geschäft
(er schließt die Position). Bei Verlustgeschäften schrillen
auch bei den Anbietern der CFDs die Alarmglocken. Vielfach sind sie
bei der Liquidierung eines Geschäfts behilflich. Droht die Entwicklung
des Basiswerts die Marginzahlung zu unterschreiten, werden die Positionen
teilweise vollautomatisch glatt gestellt. Das heißt, die Anbieter
verkaufen so viele CFDs, bis wieder ein Puffer hergestellt ist.
Trotzdem sind CFDs vor allem für spekulative Anleger geeignet,
die bewusst auch ein höheres Risiko eingehen wollen. Denn das
besondere Risiko und die Verführung am Handel mit Differenzkontrakten
ist die Tatsache, dass sich durch das Nachschießen, also die
Hinterlegung weiterer Sicherheitszahlungen, Zeit kaufen lässt
und der Anleger im Spiel bleibt. Dies verführt unerfahrene Anleger
dazu, entgegen ihrer eigentlichen Spekulation zu handeln. Dem guten
Geld wird schlechtes hinterher geworfen. Mit zunehmenden Verlusten
tendieren sie dann einfach dazu, sich weiter gegen die Kursentwicklung
zu stemmen. Mitunter mit bösem und teurem Ende.
Viele der Anbieter setzen daher Kenntnisse beim Handel mit gehebelten
Produkten bereits bei der Kontoeröffnung voraus. Der Handel mit
CFDs erfordert einen hohen Grad an Selbstbeherrschung und den Willen,
täglich, am besten laufend die eingegangenen Positionen zu beobachten.
Noch besser ist es, die eigenen Investments gleich mit Stopp-Loss-Marken
zu versehen. Wichtig ist, dass CFD-Trader sehr viel Disziplin brauchen
oder sie sollten Anbieter nutzen, die die Nachschusspflicht
ausgeschlossen haben.